
Erste Einblicke in die documenta 12
21-02-2006
Pressegespräch im Museum Fridericianum, Kassel
Der künstlerische Leiter der documenta 12, Roger M. Buergel, gibt zusammen mit der Kuratorin Ruth Noack Einblick in die Ausstellungsvorbereitungen. Vorgestellt werden die Pressesprecherin, das Logo, ein gemeinsam mit kassel tourist herausgegebener Leporello sowie die Künstler A und Z.
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Zum grafischen Erscheinungsbild der documenta 12
Ein handschriftliches Element und eine neue Schriftfamilie bilden die wesentlichen Bestandteile der grafischen Gestaltung für die zwölfte documenta. Das Briefing zum Erscheinungsbild war vergleichsweise simpel: der künstlerische Leiter überließ mir
einige handschriftliche Proben, verschiedenste Schreibweisen des Namens, der bisher gebräuchlichen Abkürzungen sowie der Zahl. Die Zählstriche wurden aufgrund ihrer archaischen und stark bildhaften Darstellung der Zahl zwölf gewählt.
Als Schrifttype wird die 2005 von dem in den Niederlanden arbeitenden Designer Laurenz Brunner entworfene „Akkurat“ eingesetzt, die bei dem Schweizer Label Lineto erschienen ist. Der Entwurf geht zurück auf die Tradition pragmatischer schweizerischer Gestaltung, also simpler Formgebung, mit dem Anspruch auf formale Präzision und hohe Lesbarkeit. In dem Entwurf setzt sich eine moderne Auffassung serifenloser Typografie fort, die sich als Element funktioneller Gestaltung bewährt hat. Im grafischen Erscheinungsbild wurde diese Schrifttype für die Institution documenta, die Stadt Kassel, das Datum und den Zeitraum – also für die Eckdaten der documenta 12 – eingesetzt.
Die Zählstriche verhalten sich zum Text wie eine Signatur: dies führt auch bewusst zu einer künstlerischen Inbesitznahme des Prozesses documenta. So verstehe ich die grafische Gestaltung für diese documenta – ganz im Sinne der künstlerischen Konzeption – als Gestaltung für einen kulturellen, zeitlich eingegrenzten Handlungsraum, anstelle eines kommerziellen Markenbildes.
Martha Stutteregger
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Ferran Adrià
*1962, lebt in Barcelona. seit 1983 bei El Bulli, Barcelona, www.elbulli.com
Ferran Adrià über El Bulli:
"Eines unserer Prinzipien bei El Bulli ist das Wecken neuer Emotionen. Das läuft normalerweise über die Reizung der Sinne. So ermöglicht uns etwa der Tastsinn, verschiedene Temperaturen zu spüren und zu genießen. Auf diesen Sinn konzentrierten wir uns, als wir daran gingen, die heiß-kalte Erbsensuppe zu schaffen. Wir hielten hier nicht den Geschmack für das Entscheidende, sondern die Temperatur des Gerichts. Selbstverständlich sollte die Suppe von der bestmöglichen Qualität sein."
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Artur Żmijewski
*1966, lebt in Warschau.
Artur Żmijewski über Głuchy Bach / Deaf Bach (Singing Lesson 2):
„Normalerweise akzeptieren gesunde Menschen Invaliden, wenn diese mühevoll versuchen, das Benehmen gesunder Menschen zu imitieren. Daher sind auch jene Dokumentarfilme so erfolgreich, die mit Füßen malende Künstler oder beinlose Alpinisten darstellen. Doch das ist der Terror der Gesunden – versuch du Krüppel uns ähnlich zu sein – dann werden wir dich loben. Eine tatsächliche Akzeptanz von Andersartigkeit ist hingegen überaus schwierig.“
Głuchy Bach / Deaf Bach (Singing Lesson 2), 2003
Audio-CD, 24:08min.
Johann Sebastian Bach, Kantate BWV 78, Jesu, der Du meine Seele Aria (Chor, Mezzosopran Ewa Łapińska), Wir eilen, 3:48min.
Chor der Samuel-Heinicke Schule für Gehörlose und Schwerhörige (Stephanie Balsinger, Anja Boroviec, Anja Fessel, Sandy Franke, Christian Grun, Sebastian Grun, Madlen Keller, Ramon Legler, Francesca Lorenz, Katja Mehlhorn, Christiane Mosler, Sebastian Spöhr, Willy Stammwitz, Monique Stummer, Susanne Wippich, Thomas Wippich, Alan Zech)
Barockensemble der Fachrichtung Alte Musik der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, „Felix Mendelsohn-Bartholdy“, Leitung Susanne Scholz
Dirigent Dariusz Łapiński
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