DOCUMENTA KASSEL 16/06-23/09 2007

The Living Newspaper

documenta 12 magazines, 3. bis 7. Juli

Die erste Lebende Zeitung entstand um 1917 in Russland, als Jakob Leby Moreno ein Medium entwickelte, um Analphabeten die täglichen Nachrichten zu präsentieren. Lebende Zeitungen waren improvisiert und bestanden aus Dramatisierungen von Tagesereignissen und sozialen Problemen

– mit Vorschlägen für Verbesserungen. Teams aus Rechercheuren, die sich als Theaterautoren betätigten, schnitten Zeitungsartikel über aktuelle Ereignisse aus, oft zu brennenden Themen wie der Bauernpolitik, Syphilisuntersuchungen und Ungerechtigkeiten in der Wohnungspolitik.

Die Zeitungsausschnitte wurden oft in Theaterstücke mit linken oder progressiven Themen umgeschrieben, die das Publikum informieren sollten. Obwohl die unverhüllte politische Agitation für Kontroversen sorgte, waren sie als Kunstform beim Publikum vor allem in Russland, den USA und Deutschland populär.

Für documenta 12 magazines kann das Konzept der Lebenden Zeitung als Reaktion auf Lenins Arbeit Was tun? gesehen werden, wo Lenin von der Zeitung als einem „kollektiven Organisator“ spricht, der die Kommunikation sowohl innerhalb Russlands als auch international fördern kann. Dies wird den Hintergrund für eine Serie von Veranstaltungen abgeben, die in Zusammenarbeit mit Natural Selection, Pulgar, Chimurenga, Metronom und deren MitarbeiterInnen produziert werden.

So lädt am Freitag The Living Newspaper um 16 Uhr zur Teilnahme am Silent Symposium ein, bei dem Ideen, Zeichnungen, Fragen und Kommentare schweigend ausgetauscht werden. Die Veranstaltung wird nach zwei Stunden mit dem Charles Darwin Memorial Dart“-Wettbewerb beendet. Am Dienstag und am Samstag bittet Chimurenga-Herausgeber und Gast-DJ Ntone Edjabe ab 22 Uhr zum Tanz im „House of Truth“ im Club Loyal, Werner-Hilpert-Straße 22.


Eine ausführliche Liste der Aktivitäten der Lebenden Zeitung in dieser Woche in Kassel finden Sie im documenta 12-Kalender.





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